St. Vinzentius

Der heilige Vinzentius
Schutzpatron der Echthauser Bruderschaft

Vinzenz von Valencia, auch: Vinzenz von Saragossa (* in Huesca, röm. Provinz Tarraconensis; † um 304 in Valencia) war ein Märtyrer aus Spanien.

 

(St. Vinzenz: Darstellung auf der Fahne der Bruderschaft von 1960.)

Leben :
Vinzenz war der Legende nach Diakon des greisen Bischofs Valerius von Saragossa. Dacian, der Statthalter der Provinz Tarraconensis, ließ die beiden zur Zeit der Christenverfolgungen unter Kaiser Diokletian verhaften. Beide wurden in Valencia grausam gefoltert: Man warf Vinzenz nackt in einen dunklen Turm, legte ihn mit zerdehnten Gliedern und von Haken zerrissen auf einen glühenden Rost, bis er schließlich auf einem Glasscherbenlager starb. Dabei trösteten ihn angeblich Engel und machten ihm den Rost und das Marterbett zu einem zarten Blumenlager. Aus Zorn verweigerte der Statthalter die Beerdigung – er sollte von Hunden und Vögeln gefressen werden.

Die Leiche, auf freiem Feld den Tieren ausgesetzt, wurde von Engeln bewacht und von zwei Raben verteidigt. Daraufhin wurde er in eine Ochsenhaut eingenäht und mit einem Mühlstein beschwert ins Meer versenkt. Die Wellen spülten ihn jedoch an Land, wo er von einer frommen Witwe gefunden und bestattet wurde.

Er gilt unter anderem als Schutzpatron der Holzfäller, Seeleute, Dachdecker und Töpfer, des Federviehs und der Kaffeehäuser, außerdem auch gegen Körperschwäche und für die Wiedererlangung gestohlener Sachen. Im Burgund wird sein Gedenktag in der Winzerschaft stark gewürdigt. Das Fest Saint Vincent tournante gilt mittlerweile als Tourismusattraktion.

Nach ihm ist außerdem die Karibikinsel St. Vincent benannt, da Christoph Kolumbus sie am Gedenktag des Heiligen entdeckt hat.

Die 1982 von der Schützenbruderschaft gestiftete St. Vinzenzstatue in unserer Kirche zeigt ihn mit der alten Kirche die er schützend auf dem Arm hält. Er gilt insbesondere als der Schutzheilige der Dachdecker, Seeleute und Winzer.

Das Patronatsfest zu Gedenken an St. Vinzentius feiern wir am: 22. Januar

Dies findet man im „Lexikon der heiligen“ über Vinzenz:

VINZENZ v. Saragossa: Märtyrer u. Archidiakon, gest. um 304 in Valencia. Fest: 22.1. – Die Passio S. Vincentii levitae berichtet, daß V. in Huesca in Spanien geboren und vom hl. Bischof Valerius von Saragossa in den heiligen und profanen Wissenschaften unterrichtet wurde. Als Diakon stand er seinem Bischof Valerius sehr bei, vorab in der Ausübung der Predigttätigkeit. In der Verfolgung unter Diokletian war es der besondere Stolz des grausamen Statthalters von Valencia, an Valerius und Vinzenz die kaiserlichen Urteile vollstrecken zu lassen. Sie wurden in Ketten von Saragossa nach Valencia gebracht und ebendort gemartert. Doch er übersteht zunächst die Torturen. Schließlich aber stirbt auch er »auf dem ihm bereiteten Scherbenlager so schnell, daß sich der grausame Statthalter noch an dem Toten rächen will. Die Bestattung wird ihm versagt. Auf einen Acker geworfen, soll er den Hunden und Vögeln zum Fraße dienen. Aber ein großer Rabe, den Gott sendet, vereitelt den Plan des Statthalters. Schließlich wird die Leiche in einen Sack genäht und – mit einem Stein beschwert – ins Meer geworfen. Diesmal sind es die Wogen des Meeres, die den Heiligen immer wieder ans Ufer tragen, bis er von einem Christen gefruden und gebührend begraben wird.« (Peter Manns) Vorab in der lateinischen Kirche ist der Kult des V. sehr alt. Er gehört zu den wenigen Heiligen, die im Kalendarium des Polemius Silvius und in dem von Karthago verzeichnet sind. Augustinus, der ihm mehrere Predigten gewidmet hat, berichtet, daß es im gesamten römischen Reiche keine Provinz gegeben hat, die ihn nicht verehrt hätte. Er findet in allen Martyrologien Erwähnung, ihm sind in Rom drei Kirchen gewidmet. Im Frankenreiche bemühten sich vor allem Gregor von Tours und Venantius Fortunatus um seine Verehrung. Große Beachtung erfuhr die Tunica des V. Der Bischof von Saragossa schenkte sie dem König Childebert I. Dieser ließ sie zusammen mit vielen anderen Reliquien 531 ins Frankenreich übertragen. Der Bischof Germanus von Paris soll dem König sogar geraten haben, zur Aufbewahrung aller Reliquien eine eigene Kirche zu errichten. Mit Recht bemerkt P. Manns dazu: »Offenbar erlangte die Tunica des hl. Vinzenz im Frankenreich bald ein solches Ansehen, daß sie hier als sakrales Gegenstück zur verehrten Cappa des heiligen Martin von Tours betrachtet wurde. Im Zusammenhang mit seiner Tunica wird Vinzenz später auch zum Patron der Weber, was für die entsprechende Zunft von Chartres schon im 13. Jahrhundert nachweisbar ist.« (104). Das Datum seines Festes am 22. Januar macht ihn zum beliebten Terminheiligen, vor allem für die Weinbauern. Es gilt bis heute die alte Regel: »Vinzenzi Sonnenschein bringt Frucht und guten Wein.« Daß V. zum Weinpatron geworden ist, hängt wahrscheinlich mit der volksetymologischen Erklärung des Namens: »Vin-Cent« zusammen. Außer Frankreich, wird V. noch im Elsaß, in Süddeutschland und in Österreich verehrt. P. Manns weiß zu berichten, daß noch in der Barockzeit Pariser Weinhändler Münzen schlagen ließen, die neben Nikolaus, Christophorus und Maria auch V. zeigten. – V. gilt aber auch als Patron der Holzknechte – und zwar im bayerisch-österreichischen Alpengebiet. Bei diesen Holzknechten ist sein Festtag, der 22. Januar, die Mitte des Winters. Damit hängt auch zusammen, daß sein Tag als der Tag der »Vogelhochzeit« bezeichnet wird. Stark ausgeprägt war seine Verehrung auch im Fürstpropsteigebiet von Berchtesgaden. Dort ist bereits für 1673 ein Vinzenziamt der Holzmeister bezeugt. In Niederösterreich und im mittleren Burgenland gibt es oft Vinzenzimärkte, Vinzenzitanzfest der Holzknechte, was zuerst im Wald, dann im Wirtshaus gefeiert wird. – In der Kunst wird V. oft gezeigt. So findet sich auf dem linken Predellaflügel des spätgotischen Marienaltares in der Pfarrkirche von Hallstatt in Oberösterreich V. mit einer großen Holzknechthacke. Auch ist eine gotische Kleinplastik des V. aus den 14. Jh. in der Sammlung Prof. Sauser, Trier-Innsbruck anzutreffen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter St. Vinzentius veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s