Die letzte Fahrt – Zum Tod von Ehrenpräses Peter Bornhoff

Mit Peter Bornhoff verliert die Schützenbruderschaft seinen beliebten Ehrenpräses. Das Dorf einen Menschenfreund, liberalen Geist und Hobbyeisenbahner.

Peter Bornhoff ist tot. Diese Nachricht ereilte die Schützenbruderschaft St. Vinzentius Echthausen in der letzten Woche. Darüber sind wir unendlich traurig, denn unser Ehrenpräses war vielmehr als ein Geistlicher. Er war ein kritischer und liberaler Geist und für mehrere Generationen Echthauser einfach schon immer da. Er gehörte zum Dorfbild und genauso stand für ihn „sein Dorf Echthausen“ immer im Mittelpunkt.

Von 1978 bis 1990 als Pfarrverwalter und danach als Pfarrer wirkte Peter Bornhoff insgesamt mehr als 30 Jahre in der katholischen St.-Vinzenz-Kirchengemeinde in Echthausen, bevor er 2009 mit einem großen Fest offiziell aus diesem Amt verabschiedet wurde. Zum Weihnachtsfest am 24.12.2009 wurde Pfarrer Peter Bornhoff vom Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker zum Geistlichen Rat ernannt.

Pfarrer Bornhoff sprach seine Meinung stets offen aus – auch wenn diese sich nicht zu hundert Prozent mit denen aus Paderborn oder Rom deckten. Seine Predigten regten zum Nachdenken an, wurden aber auch gerne mit einem Augenzwinkern begleitet. Passend dazu und legendär waren auch seine Beiträge zum 1. April im Pfarrbrief.

Im Dorf wurde seine seelsorgerische Begleitung in vielen Lebenslagen geschätzt. Besonders auch seine Offenheit auf Menschen zuzugehen und das Gespräch zu suchen, egal ob Christen oder Nichtchristen.

Schon früh entschied er, dass auch Mädchen als Messdienerinnen fungieren dürfen. Das war im Jahr 1979 und damals waren Mädchen am Altar noch lange nicht in jeder Pfarrei üblich. In seine Amtszeit fällt auch die Errichtung (seit 1983) und Einweihung des Pfarrheims am 18.05.1985.

Nach Beendigung seiner Tätigkeit als Pfarrer blieb er dem Dorf weiter treu, wohnte in dem großen Pfarrhaus neben der Kirche. Das Besondere: Es war nicht nur ein Pfarrhaus – sondern auch ein Bahnhof. Denn über zwei Räume im Erdgeschoss hatte Peter Bornhoff eine riesige Modelleisenbahn aufgebaut, die er gerne vorführte. Auch konnte der ein oder andere Echthauser „Steppke“ den „Eisenbahn-Führerschein“ erwerben.

Der Schützenbruderschaft diente Peter Bornhoff immer vorbildlich als Präses (wörtlich: geistiger Begleiter) und er war ein gern gesehener Gast auf dem Schützenfest. Er feierte stets mit, verlor dabei aber nie seine Autorität. Den Schützen war es eine Ehre, seinen Namenstag an „Peter und Paul“ auszurichten. Im Jahr 2009 wurde Bornhoff zum Ehrenpräses der Bruderschaft ernannt.

Nun ist Peter Bornhoff von uns gegangen. Er war in all den Jahren mehr als nur ein Präses – er war ein Freund.

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Bild mit freundlicher Genehmigung von Andreas Dunker / AD Medien

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